Fachvortrag „Nachbarrecht Saarland“ der Freien Wähler Gemeinschaft FWG in der Festhalle ein voller Erfolg

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Eine gute Nachbarschaft setzt gegenseitige Rücksichtnahme und ein hohes Maß an Toleranz voraus. Dennoch ergeben sich in der Praxis viele Fragen, die einen oft ratlos machen, weil man sich in der Materie nicht auskennt und von Rechten und Gesetzen kaum oder zu wenig Ahnung hat.

Deshalb hatte die Freie Wähler Gemeinschaft FWG zu diesem Themenbereich einen Fachmann eingeladen, der als Referent aus der Sicht eines erfahrenen Juristen die unterschiedlichsten Problemfälle darstellte und die Aspekte kommentierte, die in der Rechtsprechung von Belang sind.

Nachdem der 1. Vorsitzende Horst Brünnet die Anwesenden begrüßt hatte, berichtete der Schwarzenholzer Rechtsanwalt Wolfgang Altmaier von kleinen und großen Fällen, wo das nachbarschaftliche Mit- und Nebeneinander so gestört war, dass rechtliche Schritte eingeleitet wurden. Seine Empfehlung und sein Rat: Zuerst das Gespräch suchen und auf eine Einigung hinzuarbeiten und erst bei Scheitern von Bemühungen den nächsten Schritt ins Auge zu fassen, der darin besteht, über die Institution Schiedsmann oder Schiedsfrau eine Klärung zu erzielen. Erst wenn auch das nicht von Erfolg gekrönt ist, kann eine offizielle juristische Auseinandersetzung als letzter Versuch in die Wege geleitet werden. Wo also eine einvernehmliche Beilegung nachbarlicher Konflikte, die immer absoluten Vorrang haben sollte, nicht zustande kommt, wird vor Gericht ein Urteil erlassen. Wie der Referent an zahlreichen Beispielen erläuterte, muss aber auch eine richterliche Entscheidung nicht immer so ausfallen, wie sich mancher Antragsteller das wünscht. Eine Fülle von Gesetzen und Regelungen ist von Belang, und nicht jede Entscheidung ist auf den ersten Blick einleuchtend oder gar mit gesundem Menschenverstand nachzuvollziehen.

Deshalb lautete der eindringliche Appell von Rechtsanwalt Altmaier: Miteinander reden, Problemlösungen suchen, auch unter Mithilfe von Dritten, und wirklich als letzte Möglichkeit eine juristische Klärung anstreben, die nicht zuletzt mit viel Aufwand und Kosten verbunden sein kann, ohne dass sie Gewähr bietet, zu einer Lösung zu kommen, die als Richterspruch die eigene Sicht der Dinge bestätigt. „Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand“, lautet eine Redewendung und sie bestätigt die Erfahrungen aus seiner Praxis als Anwalt in Nachbarrechtsprozessen.

Übrigens gibt es eine informative Broschüre des Ministeriums der Justiz, die eine erste hilfreiche Informationsquelle sein kann und die im Dialog mit Nachbarn nützlich ist.

Unter diesem Link steht sie im Internet zum Download.

Sie ersetzt zwar keine anwaltliche Rechtsberatung im Ernstfall, aber hier sind wesentliche Fakten kompakt zusammengetragen. Grenzabstände, Überbau, Wuchshöhen von Pflanzen und viele weitere Fragen kann man an Hand dieser Regelungen besser überblicken und einschätzen, bevor man überhaupt in Aktion tritt.

Nachdem zahlreiche Fragen aus dem Auditorium mit zum Teil lustigen Anekdoten aus dem Gerichtssaal beantwortet waren, bedankte sich Horst Brünnet im Namen der Gäste und der Freien Wähler Gemeinschaft FWG Saarwellingen bei Wolfgang Altmaier mit einem kleinen Präsent für einen aufschlussreichen und lebendigen Vortrag, der die doch eher trockene Materie sehr anschaulich und plausibel zu erklären vermochte.

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