Kosten für Feuerwehrgerätehaus in der Schlossstraße explodieren.

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Saarwellinger Freie Wähler für Standortverlagerung zur Kappelschule

 

Die Feuerwehr wartet schon seit vier Jahren auf einen funktionellen Neubau. Eine Ausschreibung für den Standort Schlossstraße – übrigens völlig unnötig europaweit vorgenommen – offenbart jetzt Baukosten, die Anlass waren, in einer Aufsichtsratssitzung einstimmig die Aufhebung der Ausschreibung zu beschließen.

Als Folge davon lehnt die FWG deshalb den Bau am geplanten Standort Schlossstraße ab, alleine schon wegen der unverhältnismäßig hohen Kosten für die Errichtung einer 6 Meter hohen Stützmauer zur Absicherung des Hanges.

Um sich jetzt aus dieser verfahrenen Situation zu befreien und endlich in die Gänge zu kommen, legt die Freie Wähler Gemeinschaft FWG Saarwellingen ein Konzept vor, das zukunftsorientiert eine Lösung möglich macht, ohne dass es den Haushalt ruiniert und viele sinnvolle Projekte in den nächsten Jahren verhindert.

Ausgangspunkt ist ein völlig neuer Ansatz: Die Verlagerung des Standortes (zur Kappelschule) mit anderen anstehenden Vorhaben zu kombinieren und daraus einen auf Jahre zu erzielenden finanziellen Vorteil zu schaffen.

Drei Komponenten sind dabei miteinander verbunden und ergeben einen positiven Effekt. Die marode Kappelschule, die selbst bei einem von Experten geschätzten Sanierungsaufwand von mehr als 1,5 Millionen € immer noch ein unzeitgemäßes Raumangebot mit hohen Räumen und einem Riesentreppenhaus haben würde, wird abgerissen. Genau an dieser Stelle kann das neue Gerätehaus praktisch 1:1 nach der bisherigen Planung errichtet werden, wobei eine wesentlich größere Freifläche nutzbar wird, wie sie auch von der Feuerwehr als notwendig erachtet wird.

Die Vereine, die bisher die Notlösung des alten Gebäudes in Kauf genommen haben, erhalten statt dessen eine neue funktionelle Bleibe in zeitgemäßer Ausstattung, indem das schon freigeräumte Areal am ursprünglich vorgesehenen alten Standort Schlossstraße für einen Neubau beplant wird.

Die raus resultierenden Synergie-Effekte sind mit Zahlen belegt, die in ihrer Aussagekraft keinen anderen Schluss zulassen: Ein neues Feuerwehrgerätehaus auf dem Gelände der Kappelschule und der Neubau eines Vereinsheimes sind kostengünstiger als ein Feuerwehrgerätehaus in der Schlossstraße (mit der Stützmauer) und zusätzlich eine Sanierung der Kappelschule in Millionenhöhe.

Die Feuerwehr, die jetzt schon lange genug auf konkrete Ergebnisse wartet, wird dieser Entwicklung sicher nicht im Wege stehen, wenn sie dafür einen Neubau erhält, der sie auch in Zukunft ihre Aufgaben unter optimalen Bedingungen professionell erfüllen lässt.

Die Vereine werden in weitaus besseren Verhältnissen ihre vielfältigen Angebote präsentieren können und der städtebauliche Vorteil für die Allgemeinheit liegt auf der Hand. Es entstehen für alle Beteiligten keine Nachteile und unter dem Strich lässt sich bilanzieren: Sämtliche Ausgaben sind zu finanzieren und führen zu Vorzeigeprojekten, die auf lange Sicht Bestand haben.

2 Kommentare

  1. So, nun schreibe ich mal etwas als gebürtiger Wellinger, der nun seit vielen Jahren nicht mehr dort wohnt, aber immer noch aus der Ferne die Entwicklungen in seinem Heimatort verfolgt.
    Zuerst mal: Ich finde die Idee mit der Verlagerung des Feuerwehrgerätehauses interessant. Dies ist zumindest mal ein alternativer Lösungsansatz.
    Nach dem Lesen Eures Artikels stellen sich mir aber trotzdem folgende Fragen:
    1. würde ein Vereinshaus an der Stelle, an der das Feuerwehrhaus eigentlich geplant ist, ohne die 600000 Euro teure Stützmauer auskommen??? – mir erschließt sich zur Zeit nicht, wie durch eine Umwidmung eines Grundstückes, das vor einem Berg liegt, eine Stützmauer überflüssig werden kann….immerhin rutscht der Berg auch, wenn ein Vereinsheim an dieser Stelle gebaut wird.
    2. was würde allein der Abriss der Kappelschule kosten???- Es handelt sich bei dem Gelände der alten Kappelschule zwar um ein“Filetstück“, das auch zudem noch recht groß ist, aber ich gebe hier mal zur Anmerkung, dass ein Abbruch eines so großen Gebäudes mit der fachgerechten Entsorgung desselben schnell im höheren sechsstelligen Eurobereich liegt.
    3. so wie die Feuerwehr natürlich Ihr Feuerwehrhaus mit den neuesten Technologien bekommen sollte, sollte bei einem neuen Vereinshaus natürlich auch Rücksicht auf die zu nutzenden Vereine genommen werden. Es wäre dort in meinen Augen nicht zeitgemäß, einem Musikverein oder einem Fanfarenzug einen Proberaum anzubieten, der eine so miese Akustik hat wie der momentane Proberaum in der Kappelschule.
    Auch dort liegen alleine die Kosten für die Herstellung einer guten Akustik eines so großen Raumes im hohen fünfstelligen Bereich.
    Ebenfalls sollten dann natürlich noch Vereinsräume gestellt werden. Leider weiß ich nicht, ob zur Zeit die Turnhalle der Kappelschule noch für sportliche Aktivitäten von verschiedenen Vereinigungen genutzt wird. Sollte das natürlich der Fall sein, muss im neuen Vereinshaus auch ein Sportraum bzw. eine kleine Halle vorgesehen werden, da man in einem akustisch ausgerüstetem Musikraum unmöglich Leibesübungen veranstalten kann.
    4. Ich gebe hier noch die Parkplatzsituation an der geplanten Stelle des neuen Feuerwehrhauses zu bedenken. Natürlich ist es auch für Feuerwehrleute unglücklich, dass diese ihr privates KFZ während eines Einsatzes an die Schloßstr. stellen müssen. Aber während des Musikproben des Musikvereins bzw. wenn der Fanfarenzug am Wochenende unterwegs ist, stehen schon recht viele Fahrzeuge auf der Parkfläche der Kappelschule, die sonst evtl. Auch die Schloßstr. verstopfen würden.
    Wie gesagt: ich möchte mich hier nicht als Besserwisser oder Miesepeter aufspielen, aber aus der Erfahrung mit Planungen der öffentlichen Hand wage ich zu bezweifeln, dass das Modell der FWG mit dem Abriss der Kappelschule, dem Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses an der geschaffenen Freifläche und dem Bau eines zeitgemäßen Vereinshauses in der Schloßstr. billiger und komfortabler wäre, als die zur Zeit angedachte Lösung.
    Wäre der Vorschlag ,das neue Feuerwehrhaus auf dem Gelände der alten Kappelschule schon vor dem Erwerb und dem Abriss der alten Bauernhäuser in der Schloßstr. zu bauen gekommen und man hätte auf dem Kappelschulgelände beides verwirklicht ( wozu genügend Platz dort vorhanden wäre!!!) wäre diese Lösung sicherlich billiger gekommen!!
    An Ihrer Stelle würde ich diese Situation mal überdenken und mal nachrechnen, ob Ihre Lösung zur Zeit wirklich billiger ist.
    Da ich keine Stammtischparolen verbreiten möchte, schreibe ich dies auch auf Ihre Emailadresse und nicht als Post in einem sozialen Netzwerk
    Mit freundlichen Grüßen Michael Schuh

    • Lieber Michael Schuh,
      vielen Dank für das konstruktive Feedback zu unserem Beitrag. Wir freuen uns, dass wir eine Diskussion zum Thema ins Rollen gebracht haben. Zu den Punkten hier noch ein paar Erläuterungen:
      1. Die Stützmauer wird deshalb gebraucht, da die LKW- Hallen recht weit nach hinten ragen und dahinter die Parkplätze für die Einsatzkräfte geplant sind. Dadurch muss man weit in die Tiefe des Grundstücks hinein. Bei einem „normalen“ Bau ist dies nicht notwendig, auch das vorherige Gebäude stand ja da ohne Stützmauer. Das ist ein Planunsgproblem, das zu lösen ist. Wir müssen aber zugeben, dass das für den Außenstehenden nicht direkt klar ist (manchmal beschäftigt man sich zu lange mit einer Thematik).
      2. Die Kosten schätzen wir auf um die 150.000 EUR, das wäre aber noch zu klären.
      3. Es wäre anzudenken die Ausstattung möglichst auf die Bedürnisse der Nutzer auszulegen. Das müsste geprüft werden. Akustisch optimierte Proberäume wird das Gemeindebudget, so ehrlich muss man sein, wohl eher nicht hergeben. Aber das macht die jetzige Situation auch nicht besser, auch nicht nach einer Sanierung.
      4. Die Parkplatzsituation wäre lösbar und wir sehen das in direktem Zusmmanehang mit der bescheidenen Parkplatzsituation am Friedhof. Beides könnte bzw. sollte dringend zufriedenstellend gelöst werden, davon sind wir überzeugt. Und unsere Berechnungen ergeben eindeutig einen Kostenvorteil für das vorschgeschlagene Konzept, dazu muss der Mehrwert sowohl für die Vereine, die Feuerwehr und die städtebauliche Entwicklung gesehen werden. Wir investieren lieber darin als in abenteuerliche Hangbefestigungen.

      Und danke für den Hinweis mit der frühzeitigen Berücksichtigung des Standorts Kappelschule. Wir haben noch vor einem Jahr um eine Neukalkulation der Standort Kappelschule und Engelstraße gebeten und von Beginn an die Grundstückssituation in der Schlossstraße als kritisch bewertet. Nun ist das Kind aber in den Brunnen gefallen und wir wollen konstruktiv eine Lösung herbeiführen. Im übrigen wäre die geteilte Nutzung des Standortes Kappelschule weder im Sinne der Verein noch im Sinne der Feuerwehr gewesen. Eine Vermischung von Zweckbauten lehnt schon ein Gutachten aus dem Jahr 2003 eindeutig ab.

      Mit besten Grüßen in die neue Wahlheimat,
      Horst Brünnet

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